Floating/Rohwer


Minimalmusic für Solo Vibraphon Schwer, 6:40 min. ISMN Nr.: 979-0-50220-099-2


10 
  • Art.Nr.: NME 100
  • Versand:  

Erfahren Sie mehr


Floating_Noten.png

Floating_audio.mp3

Rezension Offbeat 2/14 

Der Titel könnte kaum treffender gewählt sein: Dieses Stück fließt wirklich! Das Minimal-Music Stück lebt von charmanten 3:2-Überlagerungen und kleinen Melodien auf fließendem Hinter- grund. Repetitive „gekippte“ Achtel-Ketten in der rechten Hand, meistens im Quintabstand, bilden den Hintergrund für kleine Melodien in 3:2-Überlagerungen der linken Hand. Diese Melodien verdichten sich im Verlauf des Stücks hin zu Quarten als Double- Stops in durchlaufenden Vierteln. Zu diesen wiederum lässt die rechte Hand Oktaven als Double-Stops in Dreierüberlagerungen erklingen, bevor die In- tervalle beider Hände sich zu durchgehenden Achteln L-R zusammenfügen. Die entstehenden Akkorde sind lose um das tonale Zentrum c-Moll/Es-Dur gruppiert. Gegen Ende übernimmt die rechte Hand die Oktaven in Achteln, während die linke wieder Dreierüberlagerungen dagegen setzt, die nach und nach ausgedünnt werden. Am Schluß greift die rechte Hand die ge- kippten Achtel wieder auf, während die Melodie zur Ruhe kommt, es bleiben liegende Akkorde im Bereich fis-Moll 7 übrig. Zweitaktige Wechsel zwischen 6/4 und 3/4 bzw. 6/8 und 4/4 machen aus den Melodien eingängige Riffs von Ohrwurmqualität. Das Spiel mit der durch die Dreierüberlagerungen er- zeugten Spannung findet tonal seine Entsprechung durch den Wechsel zwi- schen c-Moll und fis-Moll. „Floating“ ist ein schönes, klangvolles und ruhig fließendes Stück Minimal Music, das dem schwebenden Klangcharakter des Vibraphons gut entspricht. Es macht viel Spaß zu spielen und ist im mittleren Schwierigkeitsbereich angesiedelt. Mit fast 7 Minuten gehört es schon zu den längeren Stücken. Das Stück kommt auf gutem Papier mit notenständerfreundlicher Ringbin- dung daher. Einziger, aber deutlicher Kritikpunkt ist die Lesbarkeit: Die Seiten sind sehr voll und durch die malletbedingte Entfernung der Noten vom Spie- ler verschwimmen leicht die Zeilen vor dem Auge. Mehr Abstand zwischen den einzelnen Linien des Notensystems und der Systeme voneinander sowie großzügigere Verwendung von Faulenzern würde beim Erarbeiten helfen und den Spaßfaktor deutlich erhöhen. die Rhythmusklasse Ulrike Ertle